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Spuren der Geschichte
1888 – Der Norweger Fridtjof Nansen durchquert zum ersten mal grönländische Inlandeis. Der Pioniere begab sich mit seinen Begleitern auf ein von Erfolg gekröntes Abenteuer.
Fridtjof Nansen gilt als der Erfinder des Skifahrens (Telemark), was später in Arlberg zur Paralleltechnik weiter entwickelt wurde. Er wurde am 10. Oktober 1861 auf dem Gut Store Frøen nahe der damaligen Stadt Christiania, dem heutigen Oslo, als Sohn eines Rechtsanwalts geboren. Er besuchte die Schule in Christiania und interessierte sich dort vor allem für die Naturwissenschaften. Nach seinem Abschluss wollte er Marineoffizier werden, entschied sich jedoch auf den Rat seines Vaters für ein Studium der Zoologie.

Er studierte von 1880 bis 1881 an der Universität von Kristiania und machte 1882 mit dem Seehundfänger Viking seine erste Reise in grönländische Gewässer auf Anraten seines Professors. Nach seinem Studium wurde er Kustos am Zoologischen Museum in Bergen und erforschte hier den Aufbau des Nervensystems verschiedener wirbelloser Tiere. Aus dieser Forschung resultierte die Veröffentlichung "Struktur und Verbindung der histologischen Elemente des zentralen Nervensystems" und am 28. April 1888 verteidigte Nansen seine Dissertation in Bergen.

Nach einem vorübergehenden Aufenthalt an der zoologischen Station in Neapel fasste er den Plan einer Durchquerung des grönländischen Inlandeises auf Skiern von Ost nach West. Er brach am 9. Mai 1888 mit fünf Begleitern zu dieser Expedition auf, die teils von ihm selbst, teils vom Kopenhagener Kaufmann Gamel finanziert wurden. Nach einigen Irrfahrten an der vom Eis versperrten Ostküste Grönlands begann Nansen am 15. August am Gyldenlöve-Fjord mit seinen Begleitern die Durchquerung, die am 12. Oktober bei Godthaab an der Westküste der Insel endete. Dabei legte die Expedition etwa 560 km zurück und gelangte zwischenzeitlich bis auf 3.000 m Höhe. Im Frühjahr 1889 kamen alle Teilnehmer wohlbehalten nach Europa zurück.

Mit seiner Expedition konnte Nansen nachweisen, dass das gesamte innere Grönland von Schnee und Eis bedeckt ist. Hinzu kamen neue Erkenntnisse und Beobachtungen zur Geographie und vor allem zur Ausdehnung und Bewegung der Gletscher Grönlands, mit denen er die moderne Gletscherforschung begründete. Seine Messungen trugen auch zum besseren Verständnis der meteorologischen Verhältnisse und zur Wetterentstehung in Europa und im nördlichen Atlantik bei.
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